10 Jahre Vorsteher - 10 Fragen an Heinz

05.06.2023

10 Jahre war Heinz Jenne Vorsteher der Neuapostolischen Kirchgemeinde Basel. Am 4. Juni fand eine Stabübergabe statt. Wir haben die Chance beim Schopf gepackt und Heinz 10 Fragen gestellt, die er schriftlich beantwortet hat. Viel Spass bei der Lektüre!

  1. Glaube leben und erleben - was kommt Dir dazu in den Sinn?

    Glaube muss im Alltag, im Leben Platz finden. Dann kommt aus dem Werbeplakat ein Impuls für den Glauben, die kurze Begegnung mit einem ehemaligen Gemeindemitglied ist nicht Zufall und bietet Gelegenheit für einen liebevollen Blick, der Tod des Ehemanns, von dem die Coiffeuse erzählt, gibt die Möglichkeit, Anteilnahme und Trost zuzusprechen... ups, es soll ja ein Kurzinterview sein...


  2. Was war in all den Jahren das Herausforderndste in Deiner Aufgabe?

    Die Seelsorge! Einerseits mit immer kleiner werdenden Ressourcen jeder Schwester und jedem Bruder einen Seelsorger zuordnen zu können, der auch noch möglichst "passend" ist, aber auch aufzuzeigen, dass Seelsorge Aufgabe für Alle ist! Zudem, Wege zu finden, um jedem Gemeindemitglied nahe zu sein – die Geschwister dort abzuholen, wo es ihnen wohl ist. Das führte öfters auch zu sehr unkonventionellen Seelsorgebesuchen in Form eines Spaziergangs oder oder oder... 


  3. Was hat Dich in all den Jahren immer wieder positiv überrascht?

    Die Treue und jahrzehntelange Mitarbeit der Glaubensgeschwister! Aber auch, wie der Liebe Gott dafür gesorgt hat, dass es immer weiter ging und alle Dienste immer wieder "besetzt" werden konnten!


  4. Die Gemeinde Basel bedeutet für mich...

    ein Stück Heimat, Begegnungsort mit Gott und meinen Schwestern und Brüdern!


  5. Ein Erlebnis mit dem Lieben Gott in der Gemeinde Basel, das Dich noch heute berührt (es dürfen auch zwei sein ;-)

    Das könnte ein paar Seiten füllen...darf ich drei Stichworte nennen?
    - die echte, wirkliche Versöhnung von Geschwistern nach vielen Jahren...
    - die Sterbebegleitung bei einem behinderten Gotteskind...
    - wie eine Umarmung kraftvoll über Jahrzehnte wirkte....


  6. Neben meiner Tätigkeit in der Gemeinde schöpfte ich Kraft...

    bei Spaziergängen und Wanderungen mit meiner Frau zusammen in Gottes prächtiger Natur! Da reden wir intensiv über "Gott und die Welt". Bei einer Velotour, in einem Konzert, beim Musizieren, beim Kochen, beim Arrangieren eines Blumengestecks, beim Lesen, ...und es gab und gibt sogar immer Zeit, diese vielen Kraftquellen anzuzapfen!


  7. Als Berner in Basel...

    44 Jahre Basel stehen 20 Jahre Bern gegenüber... hören kann man's wohl immer noch. Ich fühle mich hier sehr wohl und daheim freue mich aber auch immer wieder, wenn ich die prächtige Bergkulisse hinter der Berner Altstadt sehe.


  8. Wer ist eigentlich der Liebe Gott für Dich?

    Unfassbare Grösse, Allmacht, Liebe, Kraft, Zufluchtsort, Vater


  9. Wann hast Du gezweifelt und was hast Du dann getan?

    Die meisten Zweifel habe ich an mir selbst...Im Glaubensleben kenne ich Zweifel vor allem dann, wenn sich Dinge aus meiner Sicht wirklich in die falsche Richtung entwickeln und ich meine, nun müsste Gott aber schon eingreifen. Dieses Gefühl hat mich dann und wann zur "innerlichen Kündigung" bewegt. Was tun? Sich mit dem Grund des Zweifels auseinandersetzen. Beten! Demütig bleiben (oder wieder werden). Der Liebe Gott hat mir dann immer wieder liebevoll, aber auch sehr klar gezeigt, wie er die Situation sieht und was er von mir erwartet...

  10. Meinem Nachfolger...

    wünsche ich, dass er die Liebe der Glaubensgeschwister, ihre Dankbarkeit und Freude immer spüren kann! Dass das Dienen unendlich viel Schönes beinhaltet und der eigene Glaube daraus profitieren kann. Dazu natürlich tägliches Gotterleben und die nötige Gesundheit. Und ich verspreche ihm, bald als Senior in der Gemeinde dort mitzuhelfen, wo er mich braucht. 

 

Interview: MW, Fotos: FAJE