Der Bezirksapostel geht zuerst auf das Eingangslied des Chors «Betende Hände» ein – beten wirkt, darum darf das Gebet auch Zeit brauchen! Selbst wenn wir das Gebet situationsbedingt vergessen haben, kann das Beten auch nachträglich Ruhe in uns schaffen. Dabei gilt, nicht nur für die eigenen Anliegen, sondern auch für diejenigen aus unserem Umfeld zu beten!
Der Bezirksapostel gründet die Predigt auf dem Bibelwort aus 2. Mose 13, 21: «Und der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten.»
Mose fiel es nicht leicht, Gottes Auftrag – das Israelische Volk aus Ägypten hinauszuführen – anzunehmen. Gott schenkte den Israeliten eine Zusicherung seiner Gegenwart, indem er sie tagsüber mit einer Wolkensäule und nachts mit einer Feuersäule begleitete. Dies zeigte dem Volk Israel: Gott ist da! Die Säule der Anwesenheit Gottes schaffte Schutz gegen die ägyptischen Verfolger und bestätigte die Macht Gottes. Auch uns zeigt Gott den Weg und schenkt uns Vertrauen, Trost und Sicherheit.
Nach dem Auszug aus Ägypten war in der Wüste die Stiftshütte der Ort der Anbetung für die Israeliten. Die Wolke Gottes kam darauf und erfüllte das Zelt. Stand die Wolke still, blieb das Volk an diesem Ort, bewegte sie sich, so machte sich auch das Volk auf den Weg.
Gott offenbart sich im Verlauf der biblischen Geschichte immer wieder durch eine Wolke, beispielsweise bei der Verklärung Jesu, als Gott sprach: «Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören!». Auch bei Jesu Himmelfahrt offenbarte sich Gott durch eine Wolke.
Heute offenbart sich Gott durch das Wirken des Heiligen Geistes. Durch ihn ist für uns Neues möglich, wie beispielsweise die Fähigkeit, Feinden zu vergeben. Der Heilige Geist weist uns den Weg zum Ziel, indem er zum richtigen Zeitpunkt erweckt, was nötig ist. Manchmal brauchen wir Geduld, bis wir einen Impuls vom Heiligen Geist erhalten. Der Heilige Geist schützt uns vor Anläufen des Bösen, indem er uns hilft, Geister zu unterscheiden. Er stellt einen Wächter vor unser Herz, der schlechten Gedanken den Zutritt verwehrt. Durch Beten können wir ein Überrumpeln des Bösen abwehren. Der Heilige Geist erinnert uns an das Wichtige: Das Doppelgebot der Liebe anzuwenden und wie Jesus zu reagieren.
Der Bezirksapostel vergleicht unser Leben wie eine Vorzugsspur eines Busses: Fahren wir darauf, indem wir in allem zuerst Gott dienen, so sind wir auf gutem Weg. Wenn wir wie Jesus denken, hilft uns das: Was denken wir über unseren Nächsten? Haben wir Vorurteile? Unser Denken und Handeln möge übereinstimmen. Wir sollen nicht nachplappern, wenn schlecht über andere gesprochen wird. Wir sollen bei der Wahrheit bleiben.
Der Heilige Geist weist den Weg zu Gott, wenn wir ihm in uns Raum geben, wenn wir auf seine Impulse reagieren und diese nicht von uns schieben. Auch ein vermeintlich kleines Stossgebet hilft. Unser Bezirksapostel fordert uns auf, uns vermehrt über unser Gotterleben auszutauschen und die Begeisterung zu teilen. Denn Gott offenbart sich facettenreich.
Bischof Weidmann spricht in seinem Predigtbeitrag von der Orientierungslosigkeit, die plötzlich eintreten kann. Wenn wir in unser Herz horchen, spüren wir, was uns guttut. Das kann uns Orientierung verschaffen. Der Heilige Geist vermag zu trösten und zu helfen, wenn wir es auch zulassen. Dann entsteht Gewissheit: Wir sind nie alleine!
Der Bischof erzählt von einer Wanderung mit seiner Frau, auf der er die Orientierung verloren hat. Er war sehr erleichtert, als er wenig später Wegweiser fand, die ihm neue Orientierung verschafften. Auch wir brauchen diese Orientierungspunkte in unserem Leben. Gottes Wort und das Gebet sind Orientierungshilfe zu jeder Zeit. Wir wollen uns prüfen: Wie ehrlich beten wir? Beten wir immer gleich? Wollen wir die Verbindung zu Gott? Nehmen wir Gott in unserem Alltag mit den vielerlei Ablenkungen noch wahr? Seien wir uns immer bewusst: Wenn wir Gott suchen, erleben wir ihn. Mögen wir an unserem Tiefgang und Bewusstsein des Gebets arbeiten.
Zur Vorbereitung des Heiligen Abendmahls erzählt der Bezirksapostsel von zwei jungen Mädchen. Das eine ärgert sich über seine kleine Schwester, die im Schulbus von nichts anderem als von der Kirche erzählt. Bezirksapostel Zbinden wünscht sich mehr Menschen, die freudig und «frei von der Seele weg» vom Gotterleben erzählen, von Gottes Gnade, von der Gemeinschaft und von der Sündenvergebung.
Bericht: nec, Bilder: mwu, Redaktion: vdo